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28.02.12

BFW-Neubauforum – Hamburg als Vorbild auf dem Weg zu mehr Wohnungsbau?

 

Mit seinem „Vertrag für Hamburg – Wohnungsneubau“ könnte die Hansestadt Vorbildcharakter für andere Großstädte in Deutschland haben, auch für Berlin. Experten aus Verwaltung und Wirtschaft diskutierten in Berlin über Möglichkeiten, die Neubautätigkeiten wieder anzuschieben.

Berlin, 28. Februar 2012 – Mehr als 100 Vertreter der Immobilienbranche waren der Einladung zum 1. Neubauforum Berlin, gemeinsam ausgerichtet vom BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen und seinem Landesverband Berlin/Brandenburg, gefolgt. „Die Immobilienwirtschaft steht vor großen Herausforderungen: Mieten sollen bezahlbar, Wohnungen altersgerecht nutzbar, energetisch saniert und in ausreichender Zahl vorhanden sein“, eröffnete BFW-Präsident Walter Rasch das Neubauforum. „Die Immobilienwirtschaft ist gern dazu bereit und ist sich ihrer Verantwortung bewusst, wenn die Rahmenbedingungen stimmen“, betonte Rasch.

In seinem Grußwort sagte Ephraim Gothe, Staatssekretär in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt, dass Berlin derzeit einen Leerstand von etwa 40-50tausend Wohnungen habe, was einer Quote von drei Prozent entspricht. Diese Zahl sei normal und notwendig, für einen intakten und gesunden Immobilienmarkt, so Gothe. Er stellte auch klar, dass Berlin Neubauten nicht mit finanziellen Mitteln unterstützen werde.

Matthias Waltersbacher vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) ist bezüglich der Wohnungsbautätigkeit für Berlin sehr optimistisch und geht bis 2025 von rund 13.000 gebauten Wohnungen pro Jahr aus. Hintergrund sei die steigende Anzahl von Haushalten und einer weiter steigenden Einwohnerzahl für Berlin.  

Für Wolf Schulgen, Abteilungsleiter Wohnungswesen in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz Berlin, ist und bleibt Berlin ein sehr attraktiver Standort. Nicht nur, weil es in allen Mietbereichen ausreichend Angebote gebe, sondern weil es nicht wie in anderen Städten eine alleinige Konzentration auf die Zentren gebe. Berlin sei ein sehr differenzierter Markt, mit all seinen Bezirken. Derzeit sei Berlin ein Mietermarkt, keine 15 Prozent der Wohnungen befänden sich im Eigentum der Mieter. Angesichts der niedrigen Zinsen und der noch akzeptablen Preise sei  es durchaus überlegenswert, in Eigentum zu investieren, so Schulgen.

Der Amtsleiter für Wohnen in Hamburg, Willi Rickert, berichtete vom Hamburger Modell. Das wichtigste sei dabei gewesen, so Rickert, dass in der Stadt Konsens darüber herrsche, dass Wohnungsbau eines der wichtigsten Anliegen der Stadt sei. So habe der „Vertrag für Hamburg“ bei Senat und Bezirken die Sinne für die Notwendigkeit geschärft. Außerdem wurde ein strategisches Flächenmanagement eingeführt, um Nutzungskonflikte zwischen einzelnen Bereichen früh erkennen und somit schnell lösen zu können. Die Stadt Hamburg unterstützt die Neubauten jährlich mit rund 190 Millionen Euro, im Gegenzug sollen 30 Prozent aller neu gebauten Wohnungen für niedrige und mittlere Einkommen vorgehalten werden.

In der abschließenden Diskussionsrunde bekräftigte Sebastian Körber, FDP, Mitglied des deutschen Bundestages: „Der erneute Anstieg bei der Zahl der Baugenehmigungen spricht für eine Belebung der Neubautätigkeit. Die Baubranche boomt, aber ohne eine Zunahme der Investitionen in den Wohnungsbau sind erneute Engpässe bei der Wohnraumversorgung vorprogrammiert. Gerade deshalb brauchen wir insbesondere in den Ballungsräumen mehr familiengerechten Wohnraum. Wir wollen die Wohneigentumsquote erhöhen und die Eigenheimrente vereinfachen.“

BFW-Präsident Walter Rasch zog als Fazit der Veranstaltung: „dass in der Politik ein klares Bekenntnis zu mehr Wohnungsbau, eine gezielte Förderung von Vorhaben und eine einfache, unbürokratische Vergabe von Flächen erfolgen muss, um dem weiterhin drohenden Engpass auf dem Wohnungsmarkt entgegen zu wirken.“