Einbruch von Baugenehmigungen: BFW-Präsident fordert Taten statt Worte

„Der Einbruch der Baugenehmigungszahlen lässt befürchten: Wohnraum wird künftig noch knapper und die Schlangen bei den Wohnungsbesichtigungen noch länger. Jetzt brauchen wir Taten statt Worte – und zwar auf allen politischen Ebenen“, forderte BFW-Präsident Andreas Ibel angesichts der heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Baugenehmigungszahlen 2017.

Im vergangenen Jahr wurde der Bau von insgesamt 348.000 Wohnungen genehmigt. Dies entspricht einem Rückgang von 7,3 Prozent. 2016 war noch ein Anstieg von 20 Prozent verglichen mit 2015 verzeichnet worden. Die Zahl der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden ist 2017 um 5,3 Prozent auf 306.000 gesunken.

„Wir haben kein Erkenntnis-, sondern ein Umsetzungsproblem. Sonder-AfA, Baulandmobilisierung und die energetische Gebäudesanierung: All das muss jetzt schleunigst in einfache Regelungen im Gesetzespaket zur Wohnraumoffensive umgesetzt werden“, forderte Ibel. „Darin muss auch die Entschlackung und Flexibilisierung des Ordnungsrechts angepackt werden, damit Bauen schneller und einfacher und Wohnen wieder günstiger wird. All das darf nicht wieder im Streit zwischen den politischen Akteuren untergehen!“

„Der Wohnungsgipfel kann nur der erste von vielen Schritten sein“, betonte Ibel. „Wir brauchen einen verpflichtenden Fortschritts-Check, damit sich die Bundesregierung an ihren Ankündigungen messen lassen kann.“ Vorbild hierfür könne die Organisation von Bauprozessen sein: Dort stimmen alle Gewerke unter Leitung eines Bauherrn regelmäßig ihre Tätigkeiten ab und vermerken die Bau-Fortschritte in einem sogenannten Bautenstandsbericht.

„Beim Bauen reicht es nicht, sich nur bei der Grundsteinlegung abzustimmen. Genauso wenig reicht es bei der Wohnungspolitik, sich nur auf einem Wohnungsgipfel zusammenzusetzen“, sagte Ibel. „Das Monitoring durch einen verpflichtenden Fortschritts-Check könnte sicherstellen, dass die Ankündigungen auch umgesetzt werden und die beteiligten Ressorts nicht gegeneinander, sondern Hand in Hand arbeiten. Nur so schaffen wir eine Trendwende bei den Baugenehmigungen!“

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