Frank Vierkötter

Foto Frank Vierkötter

Frank Vierkötter, gebürtig aus Essen, studierte nach dem Abitur in Bochum an der Ruhr-Universität und verließ mit dem Abschluss Diplom-Ökonom seine Heimat in Richtung Frankfurt. Seinen Einstieg ins Berufsleben machte er in der Automobilbranche, wo er zuletzt als Vertriebs- und Marketingleiter bei einem internationalen Automobilzulieferer tätig war.

Im Jahr 1996 startete Frank Vierkötter als Vertriebsleiter beim Bremer Wohnbauträger INTERHOMES in die Immobilienbranche. 1999 wurde er in die Geschäftsführung der INTERHOMES GmbH & Co. KG berufen. 2002 firmierte INTERHOMES in eine AG um, für die Frank Vierkötter seit 2004 als Vorstandsvorsitzender tätig ist. Er verantwortet die Bereiche Personal, Finanzen, Projektentwicklung, Vertrieb, Marketing und Kundenzufriedenheit.  Seit 2003 gehört er dem Vorstand des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) an.

Herr Vierkötter, Sie sind seit 2008 mit Ihrem Unternehmen Mitglied beim BFW Nordrhein-Westfalen und sind 2003 Mitglied im Bundesvorstand. Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie und was zeichnet diese Arbeit aus?

Über den Verband gelingt uns im klassischen Sinne Lobbyarbeit, um Einfluss auf die Entscheidungen der Bundesbaupolitik zu nehmen. Wir können Themen platzieren, auf wichtige Entwicklungen aufmerksam machen und im besten Falle an Arbeitskreisen auf Minister- oder Staatssekretär-Ebene teilnehmen. Unsere Arbeit im Verband zeichnet sich durch Vertrauen und die gemeinsame ideelle Marschrichtung aus.

Welches Projekt würden Sie derzeit gern hervorheben?

Da fallen mir sofort alle Projekte ein und ich möchte nicht nur eines besonders hervorheben. In allen Projekten, die wir gemeinsam als INTERHOMES entwickeln, steckt das Herzblut und das Know-how von vielen, ganz unterschiedlichen Kollegen und Fachabteilungen. Alle sind gleichermaßen engagiert und brennen für das Thema Wohnen. Dadurch gelingt es uns immer wieder, ganz unterschiedliche Produkte für ganz unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Dabei halten wir die Balance zwischen hoher Verdichtung, Individualität und Kundennutzen. Und das trifft für alle Wohnanlagen zu, nicht nur für ein paar wenige.

Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?

2016 wurde unsere Junior-Produktlinie „Starthomes“, und hier im Besonderen „Starthomes in Bremen-Arsten“ mit dem Fiabci Prix d‘ Excellence Sonderpreis 2016 für bezahlbares Wohnen ausgezeichnet. „Starthomes“ ist ein Leuchtturm in unserer Arbeit. Interdisziplinär entwickelt, bauen wir unter diesem Namen hochgradig standardisierte Reihenhäuser zu finanzierbaren Preisen. Und das äußerst erfolgreich. Wir begannen 2013 in Bremen, sind nun auch in Berlin und werden „Starthomes“ ebenso in anderen Ballungsräumen, in denen bezahlbarer Wohnraum knapp ist, positionieren. Mit „Starthomes“ haben wir gezeigt, dass preisgünstig nicht mit minderwertig gleichzusetzen ist, sondern ganz im Gegenteil besonders wertvoll für die Stadtentwicklung und die Menschen ist, die ein eigenes Haus kaufen möchten. Darauf bin ich stolz, weil hier eine Idee von vielen Fachleuten mit Nachdruck realisiert wurde.

Vor welchen aktuellen Herausforderungen steht Ihr Unternehmen?

Wir sehen derzeit zwei Herausforderungen. Zum einen haben wir es mit einer stetigen und sich dramatisch zuspitzenden Knappheit an Baugrundstücken zu tun. Zum anderen müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass die Normen für den Neubau immer weiter verschärft werden, die Grundstücks- und Baupreise steigen, gleichwohl aber der Markt und die Bevölkerung bezahlbares Wohneigentum benötigt. Die Entwicklung von Baugrundstücken gelingt uns kaum noch allein, immer häufiger müssen Projektgesellschaften gegründet werden. Hat man diese Hürde genommen, muss man sehr viel Zeit aufwenden, bis die endgültige Baureife durch die Ämter bestätigt wird und kann dann erst mit dem Vertrieb und Bau beginnen. Das kostet uns sehr viel Zeit und hemmt den Neubau in Deutschland nicht unerheblich. Hier sehen wir dann die klassische Verbandsarbeit, womit sich der Kreis zu Ihrer ersten Frage schließt.