Rolf Schettler

Rolf Schettler

Schettler Verwaltung GmbH & Co. KG – 90-jährige Kompetenz als Projektentwickler und in der Realisierung von Wohnbauprojekten für den Eigenbestand:
Die Unternehmensgruppe Schettler mit Sitz in Herten (Kreis Recklinghausen) geht auf den 1924 gegründeten Heizungsbau- und Sanitärbetrieb Friedrich Leickel in Wanne-Eickel zurück. Seit Anfang der 60er Jahre steht die Projektentwicklung und Realisierung von Wohnbauprojekten ausschließlich für den Eigenbestand im Vordergrund der unternehmerischen Aktivitäten.

Rolf Schettler (*1959) ist seit nunmehr 30 Jahren in verantwortlicher Position in einem mittelständischen, inhabergeführten Wohnungsunternehmen im Ruhrgebiet tätig. Nach dem Jura-Studium trat er als Generalbevollmächtigter in das 1924 von seinem Großvater in Wanne-Eickel (jetzt: Herne) gegründete Familienunternehmen ein. Mit der Umwandlung des zuvor als BGB-Gesellschaft geführten Wohnungsunternehmens in eine handelsrechtliche Unternehmensgruppe übernahm er 2001 als geschäftsführender Gesellschafter die alleinige Verantwortung. Seit 1998 gehört er dem Landesvorstand des BFW Nordrhein-Westfalen an, seit 2011 in der Funktion des stellvertretenden Landesvorsitzenden. Als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Kuratoriums Qualitätssiegel Betreutes Wohnen NRW in Düsseldorf und Mitglied des Hochschulrates der EBZ Business School in Bochum engagiert Schettler sich auch ehrenamtlich für Belange der Wohnungswirtschaft.

Herr Schettler, Sie sind seit 1984 mit Ihrem Unternehmen Mitglied beim BFW Nordrhein-Westfalen, seit 1998 im Landesvorstand und seit 2011 stellvertretender Landesvorsitzender. Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie?
Schettler: Verbandsarbeit ist Lobbyarbeit, und die hat völlig zu Unrecht einen oft negativen Beigeschmack. Für mich ist Lobbyarbeit praktische Politikberatung. Den Entscheidern in Parlament und Ministerien die praktischen Auswirkungen ihres Handels verdeutlichen und für Lösungen zu kämpfen, die unternehmerisches Handeln zum Wohle der Gesamtgesellschaft ermöglichen. Ohne einen starken Verband wie den BFW wären viele Gesetze und Erlasse anders ausgefallen. Aber Verbandsarbeit bedeutet für mich auch, Informationen und Wissen schnell, unbürokratisch und wirksam an die Verbandsmitglieder weiterzugeben, Netzwerke auszubauen und zu pflegen.

Welches Projekt würden Sie derzeit gerne hervorheben?
Schettler: Aus Sicht des BFW NRW sicherlich der Kampf um eine Entbürokratisierung des Baurechts und ein maßvolleres, praxis-orientierteres Umgehen mit Forderungen zur CO2-Einsparung, weil nur dies kostengünstiges und qualitätvolles Bauen möglich macht.
Im eigenen Unternehmen sind es Projekte des seniorengerechten, barrierefreien Wohnungsbaus, die uns derzeit umtreiben sowie vernünftige energiesparende und barriere-reduzierende Sanierungsmaßnahmen im Bestand.

Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?
Schettler: Ein besonders gelungenes und viel besprochenes Projekt ist das „Glaubensquartier“ in Herten-Scherlebeck. Ein besonders wirtschaftliches Neubauprojekt mit 24 Senioren-Service-Wohnungen und einem evangelischen Gemeindezentrum mit Gottesdienstraum in einem Gebäude.
Als Familienunternehmen macht es mich zudem stolz, dass wir einen weiteren Generationswechsel im Unternehmen und in der Unternehmensführung nicht nur effizient und steuerlich optimal, sondern auch ohne interne Reibungsverluste bewerkstelligt haben Ich weiß, dass das keine Selbstverständlichkeit ist.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und Ihr Unternehmen gerade?
Schettler: Als Wohnungsunternehmen mit einem umfangreichen Bestand aus den 70er und 80er Jahren stehen wir vor der Herausforderung, energetische Verbesserungen und demografischen Wandel in wirtschaftlich vernünftiger Form zu kombinieren und die Bestände zukunftssicher zu machen. Die jahrelang geschürte Angst, das Ruhrgebiet könnte völlig entvölkert werden, ist derzeit vom Tisch. Der aktuelle Zuwanderungsdruck ist eine Herausforderung für die gesamte Branche. Soziale, städtebauliche und wirtschaftliche Anforderungen sind keine leichte Gemengelage.
Im Unternehmen selbst sollen in den nächsten drei Jahren die Weichen für den nächsten Generationswechsel gestellt werden. Glücklicherweise gibt es dafür erfolgversprechende innerfamiliäre Optionen. Aber ein derartiger Prozess muss mit Sorgfalt und Verständnis für die neuen Ideen und Ziele der jungen Generation organisiert werden. Nur wenn das nachhaltig gelingt, ist meine Zeit als Verantwortlicher wirklich von Erfolg gekrönt.

Wie entspannen Sie am besten?
Schettler: Da ich neben meinem Hauptberuf mit Begeisterung Landwirt und Pferdezüchter bin, liegt die Antwort auf der Hand: im Stall oder auf der Koppel! Am Wochenende auf dem Kutschbock eines Zweispänners durch die herrliche südmünsterländer Landschaft zu fahren, ist ein Genuss. Mit meinen Kindern auf Turniere zu fahren, ist dagegen eher Anspannung als Entspannung. Aber das Wechselspiel zwischen beidem ist Lebensfreude!